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Dieses Java-Applet simuliert eine Enigma-Verschlüsselungsmaschine,
wie sie auch auf den Deutschen U-Booten im zweiten
Weltkrieg eingesetzt wurde. Du kannst mit der Maus direkt die Tastatur der Enigma bedienen. Im oberen Anzeigefeld leuchten die verschlüsselten Buchstaben auf (diese ergeben nachher den verschlüsselten Text). In den "Settings" und "Advanced Setting" sind noch einige Einstellungen möglich, z.B. Simulation der 3- oder 4-Walzen Enigma, Steckerbrettkombinationen usw. Applet Copyright © 1997 by |
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So
verschlüsselt man:
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So entschlüsselt
man:
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Eigentlich funktionierte die Enigma auf recht einfache Weise.
Angenommen, das Alphabet:
| Quelle: | A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z |
soll verschlüsselt werden. Die einfachste Art ist, die
Buchstaben gegen andere auszutauschen, aus A wird B, aus B wird C
und so weiter. Das würde dann so aussehen:
| Quelle: | A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z |
| Schlüssel: | B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A |
Das rote Alphabet ist jetzt unser Verschlüsselungsalphabet, das
grüne unser Alphabet für den Klartext Aus A wird B, aus B wird
C usw. Aus ENIGMA würde nach diesem Schlüssel FOJHNB werden (Grüner
Buchstabe E gleich roter Buchstabe O, grünes N gleich rotes O
und so weiter).
Dieser Code wäre aber noch immer leicht knackbar, da ein Wort
stets die gleichen Verschlüsselungszeichen ergeben würde. Wörter
mit vielen gleichlautenden Buchstaben, (wie z.B. ANNA ergiebt
verschlüsselt BOOB) würden einen Einbruch in den Code aber sehr
erleichtern. Solche Wörter ergeben Muster. Muster bezeichnet man
üblicherweise in Normalform mit Ziffernfolgen, in dem jede
erstmals auftretende Ziffer keine grössere Ziffer zur Linken hat.
NRGRN ergibt 12321, NRGRNOR das Muster 1232142, ORMNRGRNORM das
Muster 12342524123.
Hat man nun einen Verschlüsselten Text so "durchgemustert"
und weiss, in welcher Sprache die Botschaft ist, braucht man nur
die Wahrscheinlichkeit von Doppelmustern zu vergleichen. z.B. die
Buchstabenfolge TT in "statthaft" oder "Gestattet"
usw.
Auch die Wahrscheinlichkeit, wie oft Buchstaben in bestimmten
Sprachen vorkommen, machen diesen Code zu leicht knackbar. Im
deutschen kommt das "E" am häufigsten, vor, dann das
"N" usw. Nach W. Jensen (1955), ist die Häufigkeitsfolge
von Buchstaben in deutsch etwa ENISRATDUHGLCMWOBFZKVPJQXY.
Der im verschlüsselten Text am häufigsten vorkommende Buchstabe
wird also mit ziemlicher Sicherheit ein E sein, der zweithäufigste
ein N, dann kommt das I gefolgt vom S... hat man danach ein paar
Buchstaben mit dieser Haufigkeitswahrscheinlichkeit
herausbekommen, kann man weitere schon oft raten; hat dann schon
bald erste Wörter geknackt, die einen weiterführen, bis zum
Schluss der Klartext wieder hergestellt ist.
Also macht man die Sache schwieriger. Nach jedem verschlüsselten
Buchstraben wird ein anderes Verschlüsselungsalphabet genommen,
das Ganze zusammen ergibt den "Verschlüsselungsblock":
| Quelle: | A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z |
| Schlüssel für Buchstabe 1: | B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A |
| Schlussel für Buchstabe 2: | C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A B |
| Schlüssel für Buchstabe 3: | D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A B C |
| Schlussel für Buchstabe 4: | E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A B C D |
| Schlüssel für Buchstabe 5: | F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A B C D E |
| Schlüssel für Buchstabe 6: | G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A B C D E F |
| Schlüssel für Buchstabe 7: | H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A B C D E F G |
| Schlüssel für Buchstabe 8: | I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A B C D E F G H |
| Schlüssel für Buchstabe 9: | J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A B C D E F G H I |
| Schlüssel für Buchstabe 10: | K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A B C D E F G H I J |
| Schlüssel für Buchstabe 11: | L M N O P Q R S T U V W X Y Z A B C D E F G H I J K |
| Schlüssel für Buchstabe 12: | M N O P Q R S T U V W X Y Z A B C D E F G H I J K L |
| Schlüssel für Buchstabe 13: | N O P Q R S T U V W X Y Z A B C D E F G H I J K L M |
| Schlüssel für Buchstabe 14: | O P Q R S T U V W X Y Z A B C D E F G H I J K L M N |
| Schlüssel für Buchstabe 15: | P Q R S T U V W X Y Z A B C D E F G H I J K L M N O |
| Schlüssel für Buchstabe 16: | Q R S T U V W X Y Z A B C D E F G H I J K L M N O P |
| Schlüssel für Buchstabe 17: | R S T U V W X Y Z A B C D E F G H I J K L M N O P Q |
| Schlüssel für Buchstabe 18: | S T U V W X Y Z A B C D E F G H I J K L M N O P Q R |
| Schlüssel für Buchstabe 19: | T U V W X Y Z A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S |
| Schlüssel für Buchstabe 20: | U V W X Y Z A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T |
| Schlüssel für Buchstabe 21: | V W X Y Z A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U |
| Schlüssel für Buchstabe 22: | W X Y Z A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V |
| Schlüssel für Buchstabe 23: | X Y Z A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W |
| Schlüssel für Buchstabe 24: | Y Z A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X |
| Schlüssel für Buchstabe 25: | Z A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y |
| Schlüssel für Buchstabe 26: | A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z |
Für den ersten Buchstaben des zu verschlüsselten Textes/Wortes
verwende ich "Schlüssel für Buchstabe 1" zum verschlüsseln,
für den zweiten Buchstaben dann aber "Schlüssel für
Buchstabe 2", danach würde "Schlüssel für Buchstabe
3" für den dritten Buchstaben folgen und so weiter. Das
Wort ENIGMA (im obigen Quellen-Alphabet hellblau markiert) hat 6
Buchstaben: Aus dem E wird ein F, aus dem N ein P, aus dem I ein
L, aus dem G ein K, aus dem M ein R und aus dem A ein G. Verschlüsselt
ergibt das FPLKRG (Siehe weisse Buchstaben im Verschlüsselungsblock
oben). Selbst bei Worten mit vielen gleichlautenden Buchstaben, z.B.
ANNA ergibt die Verschlüsselung mit obigen Verschlüsselungsblock
BPQE. Haben wir 26 Zeichen verschlüsselt, beginnen wir für das
27. Zeichen wieder mit "Schlüssel für Buchstabe 1".
Damit hätten wir schon die Enigma mit einem Rotor.
Um die Sache für Codeknacker noch schwieriger zu machen, werden
die einzelnen Alphabete nicht wie im obigen Beispiel einfach nur
jeweils um ein Zeichen nach links verschoben, sondern möglichst
wirr untereinander verschaltet (Was der geheimen Verdrahtung in
den Enigma-Rotoren entspricht): Aus A wird Q, aus B wird T, aus C
wird Q aus D wird S und so weiter. Die ersten Buchstaben des
Alphabets (ABCD, im Quellen-Alphabet unten hellblau markiert) würden
mit den Verschlüsselungsblock unten also QTQS ergeben (Siehe
weisse Buchstaben). Solch ein Verschlüsselungsblock könnte z.B.
so aussehen:
| Quelle: | A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z |
| Schlüssel für Buchstabe 1: | Q W E R T Z U I O P A S D F G H J K L Y X C V B N M |
| Schlüssel für Buchstabe 2: | E T A O I N S H R D L U C M F W Y P V B G K Q J X Z |
| Schlüssel für Buchstabe 3: | Y A Q X S W C D E V F R B G T N H Z M J U K I L O P |
| Schlüssel für Buchstabe 4: | W A Y S E R D X C F T Z G V B H U I J N M K O P L Q |
| ...und so weiter für alle 26 Buchstaben des Alphabets. |
Zuerst verschlüsseln wir einen Text nach der Eingangs
beschriebenen "Einfachmethode", daher aus A wird z.B.
B, aus B wird C usw. Das ist die erste Verschlüsselung, die das
Steckerbrett der Enigma ausführt. Das Ergebnis speisen wir in
unseren ersten Verschlüsselungsblock ein.
Wenn wir dann 3 von unseren Verschlüsselungsblöcken haben, und
das Verschlüsselungsergebnis des 1. Verschlüsselungsblocks als
Eingabetext in den 2. Verschlüsselungsblock füttern, dessen
Ergebnis als Eingabetext in den 3. Verschlüsselungsblock, haben
wir eine Enigma ohne Umkehrrotor.
Der Umkehrrotor spielt nun das Ergebnis zurück: Das Ergebnis des
dritten Verschlüsselungsblocks (des 3. Enigmarotors) geht wieder
als Eingabetext in den 2. Verschlüsselungsblock (2. Enigmarotor),
dessen Ausgabe als Eingabe wieder in den ersten Verschlüsselungsblock
(1. Enigmarotor), und das Ergebnis wird nun nochmals durch das
Steckerbrett "gejagt".
Das Steckerbrett der Enigma schliesslich verschlüsselt nun noch
einmal nach der Eingangs erwähnten Einfachmethode: Aus einem A
wird je nach Steckerschaltung ein C, aus einem C ein E usw. Das
Ergebnis ist dann der verschlüsselte Text, verschlüsselt mit
einer 3-Rotoren-Enigma!
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Bild: Rotor-Chiffriermaschine Enigma nach der
Erfindung von Arthur Scherbius 1919. Hier die spätere 4-Rotoren-Ausführung
für die Marine. 3 der 4 Rotoren konnten aus den 8
Rotoren I bis VIII ausgewählt werden. der vierte (ganz
links) aus den sog. "Griechenwalzen" Beta und
Gamma. Das Steckerbrett an der Frontseite der Enigma ermöglichte
weitere Verschlüsselunkskombinationen. Die Einführung
der 4-Rotoren-Enigma unterband das Mitlesen der Briten
vom 1.2.1942 bis Dezember 1942. Bildquelle: Buch: "Entzifferte Geheimnisse - Codes und Chiffren und wie sie gebrochen werden" von Friedrich L. Bauer. Springer-Verlag, 1995 |
Jeder der drei Rotoren (später waren es 4 Rotoren bzw. Walzen, nämlich
noch die zusätzlichen "Griechenwalzen" Beta und Gamma)
der Enigma enthielt praktisch so einen "Verschlüsselungsblock".
Statt aber nun wie unser Verschlüsselungsblock das Alphabet 26
mal in allen Kombinationen zu enthalten, wurde der Rotor nach
jedem Druck auf eine Taste einfach um eine Stelle (So wie wir in
unserem Verschlüsselungsblock nach jedem Buchstaben einen Schlüssel
tiefergegangen sind) weitergedreht und erzeugte so wiederum
aufgrund der Rotor-Internen Verdrahtung eine neue Kombination.
War der erste (ganz rechte) Rotor einmal von A bis Z
durchgelaufen (und hatte damit wie unser Verschlüsselungsblock
26 mal verschlüsselt), wurde der links danebenstehende Rotor um
einen Buchstaben weitertransportiert. War dieser ebenfalls von A
bis Z durch, dann kam der dritte Rotor von rechts dran (wie bei
einem Kilometerzähler). An einem Ende der Rotoren befand sich
der schon erwähnte Umkehrrotor, der den Strom durch die wirre
Verdrahtung der Verschlüsselungs-Rotoren zurückschickte und
nochmals verschlüsselte. Über ein Steckerbrett konnte eine
weitere Verschlüsselung vorgegeben werden. So wurde erreicht,
das auch bei denselben Quellwörtern jeweils eine andere Verschlüsselung
herauskam: Aus ENIGMA wurde z.B. im ersten Durchgang XUJGKL;
verschlüsselte man nun das Wort ENIGMA abermals, wurde es
vielleicht (je nach verwendeten Rotoren und Startstellung der
Maschine) dann als WIVUSK ausgegeben.
| Bild: Stromlaufplan der Enigma (3-Rotoren-Version) in
einem Deutschen Originalschaubild aus dem WK-II, hier auf
4 Buchstaben (Q,W, E und R) reduziert. Ein Q wird gedrückt,
und über die Chiffrierrotoren (blau), die Umkehrwalze (grün)
und das Steckerbrett als W ausgegeben. 43 = Glühlampen 44 = Chiffr. Walzen-Kontakte 45 = Kurzschlussbleche 46 = Tastenkontakte (Arbeitskontakte) 47 = Tastenkontakte (Ruhekontakte) 48 = Lampenkontakte 49 = Federne Lampengegenkontakte 50 = Buchsen im Steckerbrett Bildquelle: Buch: "Funkpeilung als alliierte Waffe gegen deutsche U-Boote 1939-1945" von Arthur O. Bauer, Ralph Erskine und Klaus Herold, Selbstverlag Arthur O. Bauer, Diemen, NL, 1997 (Farbliche Kenntlichmachung von Stromfluss und Walzen durch Carsten Corleis) |
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Am Applet lässt sich die Funktion am besten erkennen:
Soll nun ein anderer meinen verschlüsselten Text entschlüsseln, braucht er folgende Informationen:
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Bild: Das innere Geheimnis der Enigma waren die
Rotoren bzw. Walzen. Die innere Verschaltung hatte 26
galvanische Verbindungen der 26 Kontakte auf der anderen
Seite mit ebenso vielen auf der anderen Seite. Innerhalb
dieser Rotoren war die Verdrahtung von einem Buchstaben
zum anderen untergebracht. Wie genau diese Verdrahtung
von welchem zu welchem Buchstaben lief, war das "allerheiligste
Geheimnis" der Enigma. Oben: Rotor I mit sichtbarem Einstellring. Unten: Rotor VIII mit 2 Nuten. Bildquelle: Buch: "Entzifferte Geheimnisse - Codes und Chiffren und wie sie gebrochen werden" von Friedrich L. Bauer. Springer-Verlag, 1995 |
Das Ganze erinnert ein wenig an den "Rubiks Cube". Wenn
man sich bei diesem merkt, welche Drehungen man auf welcher Ebene
vorgenommen hat, braucht man dieselben Drehungen nur in
umgekehrter Reihenfolge zu wiederholen, um zum Ausgangszustand
zurückzukehren. Ähnlich ist es auch bei der Enigma: was beim
"Rubiks Cube" das Merken der Drehungen ist, ist bei der
Enigma das Kennen des Schlüsselwortes, der Steckerbrett-Kombination
und welche der Schlüsselrotoren in welcher Reihenfolge benutzt
werden müssen, um den Klartext wiederherzustellen.
Seite Erstellt: 03.05.2000
Seite Editiert: 07
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